Nalanda Gedige – Matale
-
Archäologie
Beschreibung
Das architektonische Wunderwerk, im Volksmund als Nalanda Gedige bekannt, zählt zu den größten Rätseln der sri-lankischen Archäologie. Niemand weiß, wer das Monument erbaute und wann. Doch die archäologischen Überreste von Nalanda enthüllen die Geschichte einer längst vergessenen Brücke, die einst zwei alte Dynastien Südasiens verband. Ceylon Today entführt Sie in die vergessene Vergangenheit zweier Dynastien und ihrer Allianz, die zwei mächtige Königreiche ihrer Zeit prägte. Dies ist eine Reise nach Nalanda, dem Abu Simbel Sri Lankas.
Nalanda liegt im Distrikt Matale und ist berühmt für sein einzigartiges Bildhaus, ein sogenanntes ‘Gedige’. Die wahre Bedeutung dieses Monuments ist bis heute unbekannt. Obwohl es sich eindeutig um ein buddhistisches Kloster handelt, weist der Architekturstil verblüffende Ähnlichkeiten mit Mahabalipuram in Südindien auf. Ein weiterer Grund für Nalandas Bekanntheit ist seine Lage: Man vermutet, dass das Bildhaus im Zentrum der Insel errichtet wurde. In den 1970er Jahren war das Monument durch das Mahaweli-Entwicklungsprojekt bedroht. Daher wurde es Stein für Stein abgetragen und später wiederaufgebaut.
Weitere Details zu dieser Attraktion
Im 8. bis 10. Jahrhundert, einer Zeit turbulenter Umbrüche und der Entstehung südindischer Königreiche, entwickelte sich Nalanda Gedige zu einem architektonischen Meisterwerk. Der Bau des Tempels fiel mit dem Niedergang der singhalesischen Monarchie zusammen, und man nimmt an, dass Nalanda Gedige ein ambitioniertes Unterfangen war, singhalesische Kultur mit äußeren Einflüssen zu verbinden.
Architektonische Merkmale von Nalanda Gedige
Nalanda Gedige weist deutliche Ähnlichkeit mit Hindu-Tempeln auf und zeichnet sich durch eine klar definierte Struktur aus, bestehend aus einer Mandapa (einer Eingangshalle mit ursprünglich überdachter Konstruktion), einem kurzen Durchgang zu einem schlichten Cello und einem Umgang, der das heilige Zentrum umgibt. Obwohl hinduistische Designelemente prominent vertreten sind, unterscheidet sich Nalanda Gedige durch das Fehlen hinduistischer Gottheiten im Inneren des Tempels von traditionellen Hindu-Tempeln.
Der Architekturstil von Nalanda Gedige spiegelt den Einfluss der dravidischen Architektur, insbesondere des Pallava-Stils, wider. Die reich verzierten Fassadenabschnitte, die 1975 sorgfältig wiederaufgebaut wurden, zeugen vom damals vorherrschenden südindischen Stil. Obwohl die genaue Datierung dieser Abschnitte ungewiss ist, gehen Experten davon aus, dass sie zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert entstanden sind und Einblicke in die ferne Vergangenheit des Tempels gewähren.
Gelehrte vermuten, dass Nalanda Gedige einem Mahayana-Kult mit ausgeprägter tantrischer Lehre gewidmet gewesen sein könnte. Darüber hinaus deutet die faszinierende Kombination architektonischer Elemente des Tempels auf eine mögliche Verbindung zum Vajrayana-Buddhismus (Tantra) hin und vertieft so das Rätsel um dieses antike Monument.
Skulpturen und Statuetten in Nalanda Gedige
Obwohl im Haupttempelbereich keine hinduistischen Gottheiten zu finden sind, ist in Nalanda Gedige eine begrenzte Anzahl originaler Statuetten hinduistischer Gottheiten erhalten geblieben. Diese exquisiten Artefakte geben Einblicke in die historische Verbindung zwischen hinduistischer und buddhistischer Kultur während der Bauzeit des Tempels.
Eine der bemerkenswertesten Besonderheiten von Nalanda Gedige ist die Statue von Kubera, dem Gott des Reichtums. Sie befindet sich an der Südseite des Tympanon über dem Heiligtum und ist eine einzigartige Darstellung Kuberas, die es nur in Sri Lanka gibt und die die kulturelle und religiöse Bedeutung des Tempels unterstreicht.
Die mühsam rekonstruierten Fassadenteile von Nalanda Gedige zeigen überwiegend den südindischen Stil, der im 7. Jahrhundert in Madras seine Blütezeit erlebte. Obwohl eine genaue Datierung schwierig ist, bieten diese detailreichen Abschnitte einen Einblick in die architektonischen Ursprünge des Tempels und den kulturellen Austausch, der ihn prägte.
Bedeutung von Nalanda Gedige in der sri-lankischen Geschichte
Im Wandel der Kulturen und unter dem Einfluss äußerer Einflüsse entwickelte sich Nalanda Gedige zu einer bemerkenswerten Verschmelzung singhalesischer Kulturen. Die einzigartige Mischung architektonischer Stile, die sich im Grundriss, im Vestibül und im Schrein zeigt, spiegelt ein harmonisches Zusammenleben verschiedener Traditionen wider und trägt zu ihrer kulturellen und historischen Bedeutung bei.
Nalanda Gedige ist das einzige in Sri Lanka entdeckte Beispiel, das die gelungene Verschmelzung verschiedener Architekturstile veranschaulicht. Singhalesische, tamilische und südindische Elemente verschmelzen kunstvoll miteinander und ergeben ein harmonisches Bauwerk, das Besucher mit seinem klassischen Charme verzaubert.
Entdeckung und Restaurierung von Nalanda Gedige
Die archäologische Reise von Nalanda Gedige begann 1893 mit dem Erwerb des Geländes um diesen abgelegenen Granittempel. Die Bemühungen, die verborgene Pracht des Tempels freizulegen, wurden fortgesetzt und gipfelten Anfang des 20. Jahrhunderts in gründlichen Ausgrabungen und der Rodung des Dschungelbewuchses. Doch erst in den 1980er Jahren, als die Überflutung durch den Bowatenne-Stausee drohte, wurde der Tempel abgebaut und sorgfältig restauriert. Der rekonstruierte Tempel erhebt sich nun stolz am Ufer des Stausees und ist über einen blumengesäumten Damm vor der atemberaubenden Kulisse bewaldeter Hügel erreichbar.
Die kuriose Vermischung buddhistischer und hinduistischer Elemente
Nalanda Gedige präsentiert eine wunderschöne Verschmelzung buddhistischer und hinduistischer Architekturelemente, die Neugier und Staunen weckt. Die Wartehalle, Mandapam genannt, weist deutlich hinduistische Merkmale auf, während tantrisch-buddhistische Schnitzereien, die an die berühmten Khajuraho-Schnitzereien in Indien erinnern, den Tempel schmücken. Besonders bemerkenswert ist eine halbrunde Nische im südlichen Bereich, in der sich eine Hochreliefstatue von Kuvera befindet – eine Darstellung, die es nur in Sri Lanka gibt.
Nalanda Gedige ist ein Zeugnis der architektonischen Pracht Sri Lankas und fasziniert Besucher mit seiner einzigartigen Verbindung hinduistischer und buddhistischer Elemente. Dieser vollständig aus Stein erbaute Tempel, im exquisiten dravidischen Stil gehalten, zeugt von historischen Umbrüchen und kulturellem Austausch. Mit seinen kunstvollen Skulpturen, den prachtvollen Fassaden und der Verschmelzung verschiedener Architekturstile flößt Nalanda Gedige allen, die seinen heiligen Ort betreten, Ehrfurcht und Bewunderung ein.
Beste Reisezeit
-
Januar bis April
Highlights
-
Fahrradparkplatz
-
Freier Eintritt
-
Parkplätze vorhanden
-
Benötigte Zeit für die Erkundung: 3 Stunden
-
Toiletten vorhanden